santésuisse: Nachbesserung bei der Ärztezulassung dringend nötig



04.06.2019, Zu viele Ärzte bedeuten zu hohe Krankenkassenprämien. Für eine bessere Kostenkontrolle im Gesundheitswesen ist eine konsequente Zulassungssteuerung deshalb unabdingbar.

Statt griffige Massnahmen hat der Ständerat bei der Zulassungssteuerung jetzt einen zahnlosen Tiger verabschiedet. Es bleibt zu hoffen, dass der Nationalrat zu Gunsten der Prämienzahler standhaft bleibt.

Zu viele Ärzte kosten zu viel und dies zulasten der Prämienzahler. Jede zusätzliche Arztpraxis kostet die Prämienzahler im Durchschnitt zusätzlich über eine halbe Million Franken pro Jahr. Oft sind diese neuen Praxen unnötig. Um das künftig zu vermeiden, braucht es eine wirkungsvolle Zulassungssteuerung.

Diese ist heute widersprüchlich, lückenhaft und wird von einigen Kantonen gar nicht umgesetzt. Kontraproduktiv ist etwa die beobachtete Zulassungspolitik etlicher Kantone, zwar ausländischen Ärzten vorerst die Praxisbewilligung zu verweigern, diese aber in ihren Spitalambulatorien anzustellen, in denen eine Konsultation mehr als doppelt so viel kostet wie beim Hausarzt.

Ebenso fatal ist der Umstand, dass nach drei Jahren Klinikanstellung jeder Arzt die Bewilligung zur Praxiseröffnung erhält. Damit bleiben die bisherigen «Zulassungstopps» eine kaum wirksame Symbolpolitik. Deshalb hat der Nationalrat in der vergangenen Wintersession die notwendigen Korrekturen vorgenommen. Sein Entscheid würde gewährleisten, dass die Kantone die Zulassungssteuerung künftig koordiniert und konsequent umsetzen.

Ohne dies werden die Überversorgung und das ungebremste Kostenwachstum im Gesundheitswesen weitergehen. Der Ständerat hat leider nicht im Sinne der Prämienzahler entschieden und sich gegen jegliche griffigen Bestimmungen ausgesprochen.


Medienkontakt:
Christophe Kaempf
Telefon: 032 625 41 56
christophe.kaempf@santesuisse.ch

Über santésuisse:
santésuisse ist die führende Branchenorganisation der Schweizer Krankenversicherer im Bereich der sozialen Krankenversicherung.

santésuisse setzt sich im Interesse der Versicherten und sämtlicher Mitglieder, unabhängig von ihrer Grösse und Organisation, für ein freiheitliches Gesundheitssystem ein, mit dem Ziel, den Versicherten über Leistungswettbewerb die Wahlfrei-heit, den Zugang zu qualitativ hochwertigen Dienstleistungen und ein gutes Kosten- Nutzenverhältnis zu garantieren. santésuisse ist bereit, dafür Kooperationen einzugehen.

Zur santésuisse-Gruppe gehören santésuisse, die beiden Tochtergesellschaften tarifsuisse ag und SASIS AG sowie der Schweizerische Verband für Gemeinschaftsaufgaben der Krankenversicherer (SVK).

Weitere Informationen und Links:

 santésuisse (Firmenporträt)
 Artikel 'santésuisse: Nachbesserung bei...'auf Swiss-Press.com
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